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RILOO

Ein Stuhl markiert meist einen Platz. RILOO markiert eine Bewegung. Statt Gestell und Polster zu addieren, führt eine einzige gebogene Rohrlinie durch das ganze Objekt und spannt breite Textilbänder auf. Getragen wird der Körper nicht von Volumen, sondern von Spannung. Aus einer Linie wird ein Sitz.

Räume, die repräsentieren sollen, greifen zum grossen Möbel. Lounge, Lobby, Wartebereich, Besprechungszone: Je wichtiger der Ort, desto massiver das Objekt. Präsenz wird über Volumen erkauft, und der Raum wird enger, während er grosszügiger wirken soll.

RILOO setzt an der Gegenthese an. Wenn ein Stuhl Haltung zeigen soll, braucht er nicht mehr Material, sondern eine klarere Linie.

Die Konstruktion reduziert sich deshalb auf zwei Elemente. Eine geschwungene Stahlrohrform bildet Gestell, Lehne und Federung in einem durchgehenden Zug. Darin spannen breite Textilbänder die Sitzfläche auf. Es gibt keinen Korpus, keinen aufgesetzten Polsteraufbau, keine sichtbare Fügung, die den Verlauf unterbricht. Was der Körper als Komfort spürt, ist nicht Weichheit, sondern Spannung: Das Rohr schwingt, das Textil gibt kontrolliert nach.

Damit verschiebt sich, was der Stuhl im Raum tut. Er füllt keine Fläche, er zeichnet eine. Aus der Distanz liest er sich als Geste, aus der Nähe als präzise geführte Arbeit in Rohr und Textil.

Für Björn Ischi ist RILOO eine bewusst eigenständige Arbeit: Das Stahlrohrmöbel wird nicht zitiert, sondern auf seinen Kern zurückgeführt. Linie, Spannung, Körper. Entstanden ist ein Sitzmöbel für Orte, die Haltung zeigen wollen, ohne den Raum zu besetzen.

Datum:

Material:

2026

Stahlrohr gebogen, Textil

Kunde:

mymyio

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